Vom 07.-21.08.2007 war ich auf dem Bohusleden in Schweden mit Susanne, Heiner und Armin wandern. Wir vier hatten uns zufällig über das Globetrotterforum gefunden und nach ein, zwei Emails und einem Telefongespräch beschlossen wir zusammen nach Schweden zu reisen und in den Wald zu gehen.

Am Frankfurter Hauptbahnhof nahm ich die Weitgereisten (Hamburg, Hannover, Göttingen) in Empfang und es ging nach Frankfurt Hahn, um möglichst leistbar nach Göteborg zu kommen. Auf der Strecke entschieden wir uns dann wirklich ganz im Norden anzufangen, d.h. in Strömstad. In Göteborg gelandet, starteten wir eine Umpackaktion (davon folgten noch viele und manche von uns wurden auch immer schneller…) und liefen zu Fuß Richtung Straße, wo uns hoffentlich jemand mit nimmt (am besten gleich der Erste und dann auch bitte bis nach Strömstad).
Wir bildeten zwei Teams und Susanne und Heiner gewannen ein wenig Vorspung, um auch nach kurzer Zeit schon winkend an uns vorbeizufahren. Aber auch Armin und ich wurden aufgegabelt und kamen an diesem netten Abend noch bis nach Kungälv, was nicht wirklich so weit war. Nach einer Nacht am Fluß mit Ausblick auf eine Festung, standen wir morgens recht pünktlich auf und hofften auf dem Pendlerparkplatz, auf dem wir gestrandet waren, einen Kaffee zu bekommen, aber scheinbar waren wir zu pünktlich auf…
Von Kungälv aus nahm uns netter Vertreter für Weihnachtsartikel mit bis nach Munkedal, was schon mal ein gutes Stück Weg war. Er riet uns, die Rückfahrt an der Westküste entlang zu trampen, weil es da hach so schön war.
Aber wieso denn bis zur Rückfahrt warten, wir hielten uns einfach einen netten, pensionierten Militär-Offizier an und erhielten eine geführte Tour (und ein Eis) an der wirklich sehr schönen (völlig Touristen überladenen) Westküste entlang bis nach Tanumshede (vielenvielen Dank!), wo wir leider ca. 20km vor unserem Ziel hängen blieben und dann den Bus um 17.45 Uhr (den um 13.55 Uhr hatten wir verpasst) nach Strömstad genommen haben.
Wir wollen jetzt einfach mal nicht ausbreiten, wer das erste Rennen gewonnen hat, viel wichtiger ist hier zu erwähnen: wir waren wieder zu viert und hier haben wir übernachtet:

Am nächsten Tag ging unsere Wandertour dann los. Wir haben viel gesehen, aber die Bilder sind alle in meinem Kopf gespeichert und so wirklich zu erzählen gibt es da nichts (was nicht heißt, dass du, lieber Leser, schon am Ende dieses Reiseberichts bist) und außerdem ist das hier ja auch ‘ne Postkarte und wer ganz viele Details und genaue Tourenbeschreibungen möchte, muss sich gedulden, bis auch ich unser Tourtagebuch in den Händen halte!

Ich würde uns eher als Urlaubswandergruppe bezeichnen, im Gegensatz zu manchen Kilometerfressern begann unser Tag morgens meist gemütlich um 9.00 Uhr, so dass wir uns dann um 11.00 Uhr auf den Weg machten.
Der Weg selbst bestand aus Landstraßen, Feldwegen, Zwei-Spur-Wegen, Ein-Spur-Wegen, Ein-Spur-Wegen mit Matsch, Ein-Spur-Wegen mit Wasser und Matsch und Holzbalken. Markiert war der Bohusleden sehr gut mit orangen Kringel um die Baumstämme herum (außerderm gab es ja auch noch mehr oder weniger aktuelle Karten).
Übernachtet haben wir in Windschutzhütten, unter freiem Himmel und einmal in einer Fiskastuga (Hütte in der man übernachtet, wenn man Fischen war, was wir aber nicht waren, aber der nette Schwede ließ und doch dahin flüchten vor dem hässlichen Regen, dankeschön!).
Eine Nacht haben wir auch in Norwegen verbracht, wo immer irgendwo mein Schaf rumbimmelte.

Kulinarisch ging es uns auch recht gut. Während des Wanderns konnte man die Hand in die Blaubeeren stecken und sich dort verköstigen. Außerdem haben wir für die nächsten drei Jahre Pfifferlinge verzehrt…

Eines Abends kochten wir über dem Lagerfeuer eine riesige Portion Blaubeergries!

Wettertechnisch hatten wir meistens Glück: es regnete nicht allzu viel. Jedoch wurden wir an einem Morgen sehr nass auf einem Felsen geweckt, als wir noch vor uns hin träumten. Da ging es dann ab in die Klamotten und im Schweinsgalopp weiter bis zu einer Hütte, die wir dann in einer Weniger-Regen-Phase wieder verließen, um zur nächsten, schöneren, Windschutzhütte zu gelangen. Dort waren wir dann mit dem Trockenen unsere Schuhe

und auch unserer Socken beschäftigt.

Nach noch einigen schönen Tagen mit Abendsonne, Pfifferlingen, Blaubeeren, Wacholderbäumen (zum Schnitzen und Verbrennen), Singen, Lesen, Lachen, dem Bestehen meiner Gesellen- und dann meiner Meisterprüfung im Lagerfeuer machen, ging es dann, nach einem schnellen Lauf über ca. 15km, wieder auf die Straße, um zurück nach Göteborg zu kommen.
Raus aus dem Wald und der Ruhe bekamen wir einen kleinen Zivilisationsschock bei den vielen Autos und dem Anblick eines Einkaufszentrums.

Wieder wurden wir von sehr netten Schweden (naja, der eine bezeichnete sich eher als Finne) mitgenommen und kamen um 15.05 Uhr am Göteborger Hauptbahnhof an, wie Armin und ich dachten als erste, dem war leider nicht so…
Den Nachmittag und Abend verbrachten wir in der Stadt, aßen bei einem „typisch schwedischem“ Italiener und legten uns zum Schlafen in den Hafen. Am nächsten Tag flanierten wir Kaffeetrinkend auf der Löwentreppe, machten noch ein paar Einkäufe und befanden uns dann auch schon viel zu schnell wieder im Flieger nach Frankfurt/Hahn/Regen. Von dort aus ging es zu mir, wo wir alle müde ins Bett bzw. in den Schlafsack fielen, nachdem jeder seine paar Minuten unter der Dusche bekommen hatte.
Um 6.30 Uhr war wecken angesagt und nach einem Frühstück am Frankfurter Hauptbahnhof, stiegen Susanne, Heiner und Armin in den Zug und ich musste ganz alleine am Gleis stehen. Das war ein komisches Gefühl, nachdem wir 14 Tage gemeinsam verbracht hatten!

2. September 2007 um 22:34
So ein schöner Bericht und ich bin der erste, der ihn kommentieren darf! Ich denke, Ihr wart nicht das letzte Mal zusammen unterwegs, was?
2. September 2007 um 23:14
„Eine Nacht haben wir auch in Norwegen verbracht, wo immer irgendwo mein Schaf rumbimmelte.“
Du hast mir gar nicht erzählt, dass Du ein eigenes Schaf hast …
Und wo ist überhaupt der Bericht der Dienstag-Abend-Abhol-Aktion am Bahnhof?
2. September 2007 um 23:15
Hab noch was vergessen: Neben den vielen schönen Landschaftsbildern fasziniert mich ja besonders das Foto mit dem Heidelbeerbrei!
Ja wirklich, das ist künstlerisch wertvoll! Wenn Du nicht dazugeschrieben hättest, was es ist, Maike … ich hätte auf Froschlaich getippt, fotografiert durch die lila Brille von Astrids schwedischem Outburst-Spiel.
2. September 2007 um 23:23
@ Josie, das Schaf passte nicht mehr ganz in meinen Rucksack, denn da waren ein paar Bücher zu viel drin, deshalb musste es in Göteborg dann aussteigen.
Die Abholaktion hat aufgrund der absoluten Unvollständigkeit des Berichtes keinen Platz gefunden, aber in meinem Herzen ist sie natürlich präsent!
@ Matthias, mir würden da noch ein paar andere Assoziationen einfallen…
3. September 2007 um 16:34
He hört sich sehr nach Abenteuer an dein Urlaub. War bestimmt cool in Schweden durch die schöne Landschaft zu wandern. Nehm einfach mal an, dass du mit deinen Mitwanderern gut klargekommen bist
könntest mal wieder online kommen bei icq oder yahoo
VLG machs gut
3. September 2007 um 21:24
Das sind ja suuuper Fotos!
Die Erzählung dazu habe ich ja live gehabt …